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Abnehmende Konjunktur und zunehmende Inflation – wie in den 70ern?

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Die guten BIP-Zahlen des ersten Quartals sind schon Geschichte, denn in Europa zeigen die Vorlaufindikatoren eindeutig auf Abschwung. In diesem Umfeld sind hohe Teuerungsraten den Notenbanken ein Dorn im Auge. Eine Aufschaukelung der Inflation wie in den 1970er Jahren erscheint zwar wenig realistisch, langfristige Aufwärtstrends bei Energie- und Agrarpreisen mahnen allerdings zur Vorsicht. "Im Weltschnitt befindet sich die Inflation mit 5,5 Prozent auf dem höchsten Stand seit 1999. Da in manchen Emerging Markets die Löhne schon kräftig klettern, könnten Europa und die USA beim nächsten Aufschwung von Zweitrundeneffekten getroffen werden, also wenn Unternehmen gestiegene Kosten an die Verbraucher weitergeben und Gewerkschaften den dadurch entstandenen Kaufkraftverlust durch Lohnzuwächse wettmachen", meint Peter Brezinschek, Chefanalyst der RZB. Das könne über die Importpreise passieren. Im ersten Halbjahr 2009 sollte der Preisauftrieb allerdings, bedingt durch die Konjunktur und die Energiepreise, eine kurze Pause machen.
 
Auswirkung auf Geld- und Kapitalmarkt – Hoffnung für Rentenanleger
 
Die Europäische Zentralbank will mit einer Leitzinsanhebung die Inflationserwartung im Griff halten. Dies bedeutet für die Rentenanleger mehr Zuversicht für 2009. Die Renditen am langen Ende sollten daher nach schlechten Preisdaten zu Beginn des dritten Quartals im weiteren Jahresverlauf wieder nachgeben. Während die Geldmarktzinsen mit über fünf Prozent hartnäckig hoch bleiben, dürften zehnjährige Staatsanleihenrenditen im vierten Quartal unter viereinhalb Prozent notieren. Die hohen Risikoaufschläge am Geldmarkt und bei Unternehmensanleihen werden sich schrittweise erst gegen Jahresende reduzieren. Der abnehmende Renditevorsprung der Eurozone gegenüber den USA sollte den US-Dollar stärken.
 
Beunruhigende Entwicklung der Rohstoffpreise
 
Als Damoklesschwert schwebt die Entwicklung der Rohstoffpreise und im Speziellen des Ölpreises über dem niedrigen globalen Wirtschaftswachstum und dem hartnäckig hohen Niveau der Inflation. Die RZB-Analysten glauben weiterhin an eine unterdurchschnittliche zukünftige Entwicklung der Aktien in ihrem globalen Portfolio und bleiben somit weiterhin bei ihrer Aktienuntergewichtung. Geldmarktveranlagung steht noch im Vordergrund. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass es im Verlauf des dritten Quartals zu einer Höhergewichtung bei Aktien kommt.
 
Auswirkungen auf Aktienbörsen – die preisstabilen Zeiten sind vorbei
 
Wenngleich der Höhepunkt der Finanzmarktkrise überschritten sein dürfte, wird das Thema "deleveraging" (Aufnahme von Eigenkapital zum Ersatz von Fremdkapital) den Finanzinstitutionen länger aktuell bleiben. Nachlassendes Kredit- und Wertpapiergeschäft dürfte jedoch vom auslaufenden Wertberichtigungsbedarf der Banken kompensiert werden. Bei konjunkturzyklischen Industriebereichen werden vorsichtigere Ausblicke für 2009 erwartet. Eine spannende zweite Jahreshälfte dürfte daher mit gleich verteilten Chancen sowohl nach oben wie nach unten starten. Aber das Ende von Zinserhöhungsdiskussionen und das Überschreiten des Inflationsgipfels könnten in Verbindung mit niedrigen Bewertungen schließlich für einen leicht positiven Quartalsausklang sorgen. Chefanalyst Brezinschek: "Das Inflationsthema wird uns spätestens beim nächsten Aufschwung wieder einholen, die preisstabilen Zeiten sind vorbei." 

Weitere Kommentare und Analysen finden Sie in der aktuellen Quartalsausblick "Strategie - Globale Märkte" oder als Podcast auf www.raiffeisen.at.

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Die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) ist das Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe, der größten Bankengruppe Österreichs. Sie ist in Österreich als führende Kommerz- und Investmentbank tätig und betrachtet auch Zentral- und Osteuropa (CEE) als ihren Heimmarkt. Die RZB ist die einzige österreichische Bank mit einem globalen Geschäftsstellennetzwerk, das sich über alle wichtigen Finanzmetropolen der Welt erstreckt. Darüber hinaus ist sie mit Filialen und Repräsentanzen in weiten Teilen Asiens vertreten.
 
Über ihre börsenotierte Tochter Raiffeisen International Bank-Holding AG betreibt die RZB eines der größten Bankennetzwerke in CEE. 17 Märkte der Wachstumsregion Europas werden durch Tochterbanken, Leasingfirmen und eine Reihe anderer Finanzdienstungsunternehmen abgedeckt, in über 3.000 Geschäftsstellen mehr als 14 Millionen Kunden betreut.
  
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Andreas Ecker-Nakamura
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