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Zinsentscheidung USA
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Aktienmarktkorrektur dritter Teil: Die Erholung
Doch im Gegensatz bis vor etwa vierzehn Tagen reagieren die Finanzmärkte nicht mehr ganz so aufgeschreckt auf jedes Interview. Der Gewöhnungseffekt hat eingesetzt und daher haben fast alle Aktienmärkte die (auch von uns) erwartete Erholungsphase realisiert. Wie geht es weiter? Der gestrige Zinsentscheid der Federal Reserve (Leitzins von 5,0 auf 5,25%) hat im Prinzip nicht viel an den Ausgangsbedingungen verändert, weil er in den Markterwartungen eingepreist war. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass auch in den nächsten Tagen gewisse Erleichterung herrschen wird, weil es keine Hinweise zu einer noch schärferen Gangart in der Geldpolitik gibt. Daher sollten Renten- wie Aktienmärkte global ihre Kursanstiege einmal fortsetzen. Dies gilt im Wesentlichen auch für die stark unter die Räder gekommenen Emerging Markets, insbesondere in Osteuropa. Dort sind überproportionale Kursgewinne zu erwarten. Mehr Vorsicht gilt weiterhin bei der Türkei, weil die Währung anhaltend labil bleibt. Alles schon vorüber? Die US-Notenbank lässt sich die Option offen weitere Zinsschritte zu setzen. Ebenso machen die EZB-Vertreter mit scharfen Tönen aufmerksam, dass die Märkte auch mit einer beschleunigten Zinsanhebung rechnen müssen. Damit steigt die Gefahr, dass vor den nächsten wichtigen Terminen (EZB-Ratssitzungen am 3. und 31. August und FED-Offenmarktkomitee am 8. August) neuerlich Besorgnis die Märkte erfassen wird. Mitte Juli ist auch der Start der Berichtssaison der Unternehmen über das zweite Quartal mit Schätzungen zum weiteren Geschäftsverlauf 2006. Dies könnte mehr skeptische Töne hervorbringen als in der Vergangenheit. Der in den letzten Jahren positive Überraschungseffekt könnte diesmal durch „Dissonanzen" zwischen Unternehmens- und Analystensicht bei diversen Gesellschaften auffallen. Trotz der in den kommenden Tagen anhaltenden Kurssteigerung würden wir daher noch keine endgültige Entwarnung geben, denn die Zinsspirale in den USA kann bei schlechter Datenlage, z.B. weiter anziehenden Verbraucher- und Produzentenpreisen im Juli und August, erneut als Rute ins „Notenbank"-Fenster gestellt werden. Es gilt jedoch erfreulicherweise festzuhalten, dass sich das Stimmungsbild unter den Investoren wieder aufhellt und die Börsenkurse nicht mehr nur auf negative Nachrichten reagieren. Was tun? Für all jene, die ab Mitte Juni unter kurzfristigen Tradingaspekten gekauft haben, könnten sich bei starkem Anziehen der Aktienkurse in den nächsten vierzehn Tagen Gewinnmitnahmen anbieten. Jene langfristigen Investoren, die die ersten 25% ihres Gesamtbetrages in dieser Kursschwäche veranlagt haben, sollten mit weiterem Positionsaufbau noch zuwarten. Wir sehen während der Berichtssaison ab Mitte Juli gute Chancen auf neuerlich tiefere Kurse. Da die Charttechnik mit gestrigem Tag bei einer Reihe von internationalen Börsenindizes, darunter auch DAX und ATX sowie RTSI und anderen Ostbörsen, einen Ausbruch aus dem seit Anfang Mai etablierten Abwärtstrend anzeigt, ist eine rasche Rückkehr zu den Juni-Tiefs nicht zu erwarten. Daher gilt auch jetzt, mit umgekehrtem Vorzeichen Geduld beim Kauf von langfristigen Positionen aufzubringen. Welche Branchen favorisieren wir? Wir geben den Bereichen Energie, Finanz(dienstleister), defensiver Konsum, Gesundheit und Grundstoffe die größten Chancen. Zyklischer Konsum, Versorger, Informationstechnologie und Telekom würden wir kurzfristig in Stärke umschichten/verkaufen. Empfehlenswert halten wir: OMV, Andritz, Böhler Uddeholm, SBO, Allianz, UBS, Novartis, Bayer, Altria, Johnson&Johnson sowie SAP. Dieser Bericht wurde von Raiffeisen RESEARCH ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Raiffeisen RESEARCH behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Raiffeisen RESEARCH übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen. Im Wesentlichen werden folgende Quellen verwendet: Reuters, Factiva, Bloomberg, Value Line, Hoppenstedt, Hoovers Handbook. Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Raiffeisen RESEARCH stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar. Ausführlicher Disclaimer sowie Offenlegung gemäß § 48f Börsegesetz: http://www.raiffeisenresearch.at -> "Disclaimer" Presseinformation, Wien, 30. Juni 2006 |
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Die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Wochen kaum geändert. Nach wie vor prägen Wortspenden von Notenbank-Repräsentanten in den USA und Europa das Mediengeschehen. Und weiterhin liegt die Betonung auf den Inflationsgefahren im Vordergrund. Zinssteigerungen werden dabei implizit oder offen angekündigt.