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Initiative Tellerrand

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Österreich schaut über den Tellerrand – zu den neuen EU-Ländern

Initiative Tellerrand bringt Bewegung ins österreichische Meinungsklima

Österreicher für ein gemeinsames und größeres Europa

Wirtschaft bietet Plattform für eine Bewegung

Wien, 13. Juni 2006. Die Vorstände von sieben großen österreichischen Unternehmen – Bank Austria Creditanstalt, ERSTE Bank, OMV, Raiffeisen Zentralbank (RZB), Siemens Österreich, voestalpine und Wiener Städtische – präsentieren heute gemeinsam die „Initiative Tellerrand". Unter dem Logo des Tellers mit rot-weiß-rotem Rand werden die Österreicher eingeladen, über ihren Tellerrand zu schauen und sich für ein gemeinsames, großes Europa stark zu machen.

„Noch nie ist es uns in Österreich so gut gegangen wie heute. Trotzdem ist die Stimmungslage zur EU und zur EU-Erweiterung so schlecht wie noch nie", so die Initiatoren. „Wir glauben, dass Österreich mit dieser negativen Einstellung viele Chancen aufs Spiel setzt – und wollen daher allen Österreichern eine Plattform bieten, welche die Zukunftschancen unseres Landes in der erweiterten EU sehen. Je mehr Menschen sich an dieser Bewegung beteiligen, umso besser für unser Land", so die Initiatoren.

Ab sofort kann jeder auf www.tellerrand.at seine Stimme für das gemeinsame, erweiterte Europa erheben.

Österreich profitiert wie kein anderes Land von der EU-Erweiterung und der Nähe zu Zentral- und Osteuropa. Der Effekt ist tatsächlich in Zahlen messbar: Seit 1990 ist das Bruttoinlandsprodukt dank Ostöffnung und EU-Erweiterung um insgesamt 13 Mrd. Euro gewachsen – das entspricht rund 1.600 Euro pro Österreicher. Im selben Zeitraum sind durch die immer engere Verflechtung mit den neuen Nachbarn in Österreich rund 150.000 Arbeitsplätze entstanden. Die jährlich neuen Exportrekorde haben Österreich erstmals eine positive Handelsbilanz eingebracht. „Das Engagement österreichischer Unternehmen in den neuen EU-Ländern schafft auch in Österreich nachhaltiges Wachstum und stärkt die wirtschaftliche Basis dieser Unternehmen – und das bedeutet eine Absicherung und Schaffung heimischer Arbeitsplätze. Aufbauend auf historischen Bindungen, eröffnen sich wieder viele Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. Davon profitieren alle Beteiligten. Wir haben in Österreich durch die EU-Erweiterung einen deutlich stärkeren Aufschwung erlebt, als es ohne Erweiterung der Fall gewesen wäre", so Günter Geyer, Generaldirektor der Wiener Städtischen. Daher sei es an der Zeit, mit der Initiative Tellerrand darauf aufmerksam zu machen, welche Chancen das größere Europa allen Menschen in Österreich bietet. „Ich lade die Österreicher ein, möglichst zahlreich bei dieser Bewegung mitzumachen."

Österreich: erfolgreich, aber unzufrieden

Trotz der messbaren Erfolge ist Österreich europaweit das Land mit der negativsten Einstellung zur Europäischen Union und zum erweiterten Europa. Laut aktuellem Eurobarometer befürworten nur 32  % der Österreicher eine EU Mitgliedschaft, nur 29 % sprechen sich für eine zusätzliche Erweiterung aus.

„Das negative Stimmungsbild steht in klarem Widerspruch zu den positiven Fakten. Dies ist nicht nur nachteilig für den Standort Österreich, sondern betrifft fast alle Österreicher unmittelbar," sagt Walter Rothensteiner, Generaldirektor der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Offene Grenzen, freier Warenaustausch und deutlich bessere Zukunftschancen für die Jugend sowie Bildungs- und Kulturprogramme sind für Rothensteiner nur einige der Vorteile, die Österreich dank der EU-Mitgliedschaft, der Ostöffnung und der EU-Erweiterung nutzen kann. „Österreich ist gemessen an seiner Größe ein wirtschaftlicher Weltmeister in Zentral- und Osteuropa. Jetzt wollen wir dazu beitragen, die Grenzen auch in den Köpfen abzubauen. Unser Horizont darf nicht am eigenen Tellerrand enden – damit wir auch in Zukunft genug auf dem Teller haben!"

Österreich – die starke Mitte Europas

Auf den großen Finanzplätzen der Welt wie New York oder London ist Wien für Osteuropa so etwas wie Brüssel für die Europäische Union, weiß Regina Prehofer, Vorstandsmitglied der Bank Austria Creditanstalt: „Fast jeder dritte Euro in Osteuropa läuft heute über die Bücher Österreichs Banken. Sie waren längst dort, als die EU-Erweiterung für viele noch eine politische Vision war. Und heute profitieren sie und ihre Mitarbeiter davon. So kommen nahezu 50 Prozent der Erträge der BA-CA aus dieser Region."

Auch für die Industrie ist Österreich längst zur Drehscheibe nach Osteuropa geworden. „Rund 1000 internationale Unternehmen koordinieren mittlerweile ihre Ostgeschäfte über Österreich und haben in unserem Land in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen", informiert Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG. „Gleichzeitig werden dank der neuen EU-Länder auch heimische Arbeitsplätze gesichert. So sind zum Beispiel zwei Drittel der neuen Kapazitäten, die wir derzeit im Rahmen eines 2,5 Milliarden Euro umfassenden Investitionsprogrammes in Linz schaffen, für den steigenden Bedarf im osteuropäischen Raum bestimmt." Damit werde einerseits der Wohlstand in Österreich gesichert, andererseits steigt so auch der Lebensstandard in den Ländern Zentral- und Osteuropas.

Der gemeinsame Wirtschaftsraum ist die dynamischste Region Europas

Der gemeinsame Wirtschafts- und Kulturraum ist einer der zentralen Wachstumskerne Europas. Mit einer Steigerung des Bruttoinlandsproduktes von zwischen 15 % und 23 % in den letzten fünf Jahren gehört Zentral- und Osteuropa zu den dynamischsten Regionen der Welt, erläutert Andreas Treichl, Generaldirektor ERSTE Bank. Für ihn liegt es auf der Hand, dass „einige der neuen Nachbarländer Österreich hinsichtlich Wohlstand und wirtschaftlicher Leistungskraft früher oder später überholen werden. Aber wir verdanken diesen Ländern einen guten Teil unserer wirtschaftlichen Kraft und sollten ihnen als Partner gegenüberstehen – um weltweit neue Chancen gemeinsam zu nützen." Die Aktion Tellerrand sei daher ein wichtiger Denkanstoß: „Für jene Menschen, die sich durch die Erweiterung bedroht fühlen, dass man die Chancen, die sich dadurch ergeben haben, selbst in die Hand nehmen muss. Und für jene, die meinen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn oder Rumänien vom hohen Ross herab betrachten zu müssen, dass sich diese Situation schon bald ändern könnte."

Initiative Tellerrand als Vorreiter der Politik

Die positive Entwicklung von Zentral- und Osteuropa und die enge Vernetzung mit Österreich ist in den Jahren seit dem Fall des Eisernen Vorhanges vor allem durch die Wirtschaft vorangetrieben worden. „Das Prinzip für Osteuropa war immer: Die Wirtschaft geht voraus – die Politik folgt dann nach," so Wolfgang Ruttenstorfer, Generaldirektor der OMV. „Viele Unternehmen haben mit ihren Expansionen die EU-Erweiterung teilweise schon vorweggenommen. Mittlerweile profitiert ganz Europa von höheren Umweltstandards und starker Wirtschaftsentwicklung in den neuen EU-Ländern."
Mit der Initiative Tellerrand, so Ruttenstorfer, nimmt die österreichische Wirtschaft diese aktive Rolle einmal mehr wahr.

Position beziehen!

Die Initiative Tellerrand möchte den Österreichern die positive Bilanz der EU-Erweiterung vermitteln und so dazu beitragen, Fortschritt, Wohlstand und Zukunft für unser Land zu sichern. Eine Anzeigenkampagne fordert Österreich auf, über den eigenen Tellerrand zu schauen und die Vorteile des gemeinsamen Europas zu erkennen. Das Herzstück der Initiative – die Internetplattform www.tellerrand.at – lädt ein, persönlich Position zu beziehen für mehr Wirtschaftswachstum, mehr Jobs, mehr Osteuropa-Zentralen von Unternehmen in Österreich, mehr Exporte, mehr Bildungschancen, mehr Kulturaustausch und mehr Bildungsmöglichkeiten.

Zusätzlich werden in den nächsten Wochen und Monaten Aktionen rund um den Teller mit dem rot-weiß-roten Rand zur breiten Teilnahme motivieren. Im Rahmen eines Gewinnspiels locken Städteflüge zu den neuen EU-Ländern, im Juli wird ein Tellerrand-Würstelstand durch Österreich touren und zum kulinarischen Blick über den Tellerrand einladen. Im August folgen auf www.tellerrand.at ein Online-Spiel und verschiedene Medienaktionen.

„Europa ist das erfolgreichste Friedens-, Wohlstands- und Sozialprojekt unserer Zeit. Es ist gut, dass Österreich mit an Bord ist und den Kurs mitgestalten kann. Die Grenzen zwischen den Staaten sind vielfach gefallen, jetzt sollen sie auch in den Herzen und Hirnen der Menschen fallen. Ein "Zurück" zu der Nationalstaaterei der Vergangenheit darf es nicht geben. Globale Probleme können auch nur supranational gelöst werden. Mein Herz gehört diesem Europa! Daher unterstütze ich diese Initiative", so Brigitte Ederer, Generaldirektorin von Siemens Österreich.

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Andreas Ecker-Nakamura
Head of Public Relations
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